Das Kind, das keinen Schnee kannte
 
 
Von Cécile Garnier

Als ich heute Nacht aufwachte, ging ich zum Fenster und sah zum Mond hinauf. Dann sah ich auf die Uhr. Es war Mitternacht. Ich ging wieder zu Bett und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen erwachte ich wieder. Dann ging ich wieder zum Fenster und alles war weiß draußen. Ich ging zu Mama und fragte sie, was da draußen wäre. Und Mama sagte das wäre Schnee.Dann ging ich nach draußen, um das seltsame Zeug genau zu betrachten. Es war auch ganz schön kalt geworden da draußen. Dann ging ich wieder rein. Ein paar Minuten später klingelte jemand an unserer Tür. Es war meine Freundin Malin und sie fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr einen Schneemann zu bauen. Und ich fragte gleich darauf, was ein Schneemann wäre und Malin sagte: „Das sind Kugeln, die man aufeinander türmt. Für einen Schneemann braucht man drei Kugeln, eine große, eine kleine und eine mittelgroße, eine Möhre und Steine und einen Suppentopf und einen alten Schal. Wollen wir anfangen?“, fragte Malin. „Ja“, sagte ich. Dann gingen wir rein, um alles zu holen, was wir für den Schneemann brauchten.
Dann hatten wir endlich alles und wir fingen an. Malin fing an eine kleine Kugel zu rollen. Sie wurde mit der Zeit immer größer. Dann bat sie mich, dass ich einen mittelgroße Kugel rollen sollte und sie fing wieder an, eine Kugel zu rollen. Diesmal wurde sie etwas kleiner als die mittelgroße. Dann sagte sie: „Heb mal mit an.“ Dann hoben wir beide die mittelgroße Kugel auf die große Kugel und dann hob Malin die kleine Kugel auf die mittelgroße Kugel. Dann drückte sie mir die Möhre in die Hand und sagte mir: „Du sollst die Möhre in die kleine Kugel drücken.“ Sie nahm die Steine in die Hand und drückte sie untereinander in die mittelgroße Kugel und in die große Kugel. Dann fragte ich sie wofür der Suppentopf und der Schal seien, aber sie sagte nichts. Sie nahm nur den Suppentopf und stellte ihn auf die kleine Kugel. Dann nahm sie den Schal und wickelte ihn ebenfalls um die kleine Kugel. „Fertig!“, sagte sie, als sie den Schal umgewickelt hatte. Dann musste ich rein. Wir mussten zu Mittag essen. Es gab mal wieder Lasagne, mein Lieblingsgericht. Nach dem Mittagessen ging ich in mein Zimmer und betrachtete den schönen Schneemann, den wir am Vormittag gebaut hatten. Am späten Nachmittag gingen wir in den Wald, um einen Tannenbaum zu fällen. An diesem Weihnachten durfte ich mir einen Tannenbaum aussuchen. Letztes Jahr durfte nämlich mein Bruder einen aussuchen. Ich suchte mir einen besonders großen und dicken Tannenbaum aus und Mama und Papa fanden den Tannenbaum auch sehr schön. Doch leider hatte Papa die Axt vergessen. Papa fuhr wieder nach Hause und ich und mein Bruder liefen in den Wald. „Anna!“, rief Mama. „Wo bist du?“, rief sie immer wieder. „Und wo ist Lukas?“ Da mussten wir aus unserem Versteck kommen. Doch da war niemand mehr. Verzweifelt guckten wir hinter jeden Busch und jeden Baum. Aber wohin wir auch blickten, niemand war zu sehen. Nach einigen Minuten hörten wir Mamas Stimme. Sie war also nicht weit entfernt von hier. Dann folgten wir der Stimme. Nach einigen Minuten fanden wir sie endlich. Als sie uns erblickte, umarmte sie uns ganz fest. Dann gingen wir wieder zum Tannenbaum. Doch der stand nicht mehr dort. Als ich sah, dass der Tannenbaum nicht mehr stand, wurde ich ganz traurig. Papa war schon im Auto und sagte: „Alle Mann einsteigen!“ Dann verließ ich traurig den Wald. Zu Hause wartete eine große Überraschung auf uns. Im Wohnzimmer stand der Tannenbaum. Als ich das sah, lief ich sofort zu Papa und umarmte ihn.
Es war schon spät. Mama sagte: „Kannst du bitte den Tisch decken?“ Ich sagte: „Ja.“ Dann saßen wir alle zusammen friedlich am Tisch. „Aufstehen, fertigmachen, ihr müsst bald ins Bett“, sagte Mama. Dann ging ich nach oben und machte mich bettfertig. Es war schon 21.00 Uhr. Normalerweise gingen wir immer um acht ins Bett. „Seid ihr fertig?“, rief Mama zu uns. „Ja!“, sagte mein Bruder und ich wie aus einem Mund. Schon hörte man Gepolter auf der Treppe. Es waren Mama und Papa, die nach oben kamen, um uns „Gute Nacht“ zu sagen. Als sie uns „Gute Nacht“ gesagt hatten, schlief ich sofort ein. Um Mitternacht wachte ich wieder auf. Dann ging ich wieder zum Fenster und traute meinen Augen nicht. Der Schneemann bewegte sich. Ich rieb nochmals meine Augen, doch der Schneemann bewegte sich immer noch. Dann hörte ich eine Stimme, die von draußen kam. „Anna!“, rief die Stimme. „Anna!“ Dann kam der Schneemann näher an mein Fenster und ich begriff endlich, wer die ganze Zeit Anna gerufen hatte. Es war der Schneemann. Dann lief ich raus, um den Schneemann zu fragen, wie er hieße und wie alt er sei. Als ich ankam, begrüßte er mich freundlich und als ich mich vorgestellt hatte, fragte ich ihn: „Wie alt bist du und wie heißt du? „Ich bin 4 Jahre alt und heiße Meli.“ Dann sagte ich: „Wollen wir zusammen einen Schneemann bauen? Dann hast du nämlich auch eine Schneemann-Freundin.“ „Okay!“, sagte Meli. Als ich alles aus dem Haus geholt hatte, was wir brauchten, fingen wir an. Nach einigen Stunden war der zweite Schneemann auch fertig. Dann ging ich wieder rein und hoffte, dass der zweite Schneemann auch echt werden würde. Nach einigen Stunden hörte ich ein fröhliches Jubeln. Der zweite Schneemann war also auch lebendig geworden!